PostHeaderIcon Geschichte und Gegenwart

    Geschichtliches

     

    Vor mehr als 1000 Jahren wurde Queidersbach erstmals urkundlich erwähnt. Im Jahre 976 schenkte Kaiser Otto II. seinem Vasallen Biso Land am Queidersbach. 981 verschenkte Otto II. weitere Güter in Queidersbach an das Kloster Hornbach, welches seitdem für Jahrhunderte von Bedeutung für den Ort geblieben ist. Die Leibeigenen des Klosters dort hießen St. Pirmansleute und hatten ein eigenes Schöffengericht. Daran erinnert der Krummstab im Gemeindewappen.

    Bis 1440 gehörte Queidersbach zur Grafschaft Homburg, deren Löwe im Wappen vertreten ist.

    Seit 1519 gehörte Queidersbach zum Großgericht der sickingischen Herrschaft Landstuhl, weswegen auch der sickingische Wappenschild mit den silbernen Ballen im Wappenschild vorkommt.

    Neben den Sickingern aus Landstuhl verzeichnet Queidersbach auch eine französische Herrschaft und die Zugehörigkeit zu Bayern.

     

    Queidersbach heute

     

    Queidersbach ist seit 1984 Kleinzentrum in der Verbandsgemeinde.

    Der Ort ist "anerkannte Fremdenverkehrsgemeinde" und verfügt über eine gut ausgestattete Infrastruktur. Ein Gästehaus, Restaurants, Kindergarten, Schulen, eine Apotheke und mehrere Ärzte sowie zahlreiche Geschäfte und Handwerksbetriebe sind vor Ort.

     

    Der einladende Ort liegt in einem natürlichen Wiesental mit dem Bächlein Queidersbach, umgeben von einer malerischen Wald- und Hügellandschaft. Knapp zwei Drittel der 1500 ha umfassenden Gemarkung ist mit Wald bedeckt. Dieses außergewöhnliche Naturgebiet mit Feldern und Wiesen erschließt sich dem Wanderer durch ein Netz von über 100 Kilometern markierten Wanderwegen.

     

    Besonders reizvoll sind Wanderungen und Ausflüge in das nahe Schweinstal mit seinen Fischweihern, den Steinbrüchen, in denen der bekannte Pfälzer Buntsandstein abgebaut und verarbeitet wird und nicht zuletzt den Skulpturen am Wegesrand, welche Teil des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz sind.

     

     

    Sport und Freizeit

     

    Unweit des Dorfes, nahe dem Forsthaus Stempelberg, ragt aus dem Wald das Naturdenkmal Falkenstein, eine aus drei riesigen Felsbrocken bestehende Felskulisse. Hier befindet sich das bundesweit ausgezeichnete Sport- und Freizeitzentrum Falkenstein, worauf die Queidersbacher besonders stolz sind. Die Anlage verfügt über einen Waldspiel- sowie Bolzplatz, eine Brunnenanlage mit Wassertretanlage, Trimm-dich-Pfad, Freischach und Tischtennis, Sportplätze, Turnier- und Dressurplatz sowie eine Tennisanlage mit 5 Freiplätzen. Aber auch eine Kegelbahn, eine Schießanlage sowie eine Boulebahn stehen zur Verfügung.

     

    Das nahegelegene Strandbad „Gelterswoog“ ist zu Fuß oder mit dem Rad durchs romantische Walkmühltal zu erreichen.

     

    Queidersbach mit seiner malerischen Landschaft liegt eingebettet zwischen Pfälzerwald und Sickinger Höhe. Über 100 Kilometer Rundwanderwege durch Wälder, Felder und Wiesen rund ums Dorf laden zum Spaziergang ein. Radsportbegeisterte finden gut ausgebaute Radwanderwege mit teilweise überregionalen Anbindungen, geführte Mountainbike- oder Rennrad-Touren mit Fahrradverleih vor Ort.

     

    Alle zwei Jahre wird anlässlich des Erlebnistages "Radelspaß im Sickinger Land" die Hauptdurchgangsstraße an einem Sonntag für den motorisierten Verkehr gesperrt und Radfahrer wie Inline-Skater haben freie Bahn von Landstuhl über Queidersbach nach Waldfischbach-Burgalben.

    Radsport hat in Queidersbach Tradition und diese verpflichtet bekanntermaßen. Aus dem Ort kommen ehemalige Deutsche Meister und Olympiateilnehmer im Straßenrennfahren und nicht zuletzt hat Udo Bölts beim RV Queidersbach seine Karriere begonnen. Heute ist Queidersbach jährlich Austragungsort mehrerer Radsportveranstaltungen von überregionaler Bedeutung.

     

    Auch die jährlichen Veranstaltungen locken immer wieder viele Besucher ins schöne Queidersbach. Neben der immer noch sehr traditionell gefeierten Kerwe im Oktober ist das Hahnenfest am 2. Wochenende im Juli ein absoluter Höhepunkt im Kalender und immer wieder ein wahrer Besuchermagnet. Seit nahezu drei Jahrzehnten drehen sich einmal im Jahr auf dem Heißenberg zirka 1300 knusprige Hähnchen an riesigen Grills. Nicht nur der besondere Geschmack, sondern auch die urige Atmosphäre auf dem naturbelassenen Festplatz geben dieser Veranstaltung eine besondere Note.

     

     

    Heimatmuseum „Sickinger Höhe“

     

    Das Museum wurde 1976, zur 1000-Jahrfeier Queidersbachs eröffnet. Es befindet sich in einem 1836 erbauten alten Schulhaus, das auch als Rathaus dient. Die kleine Glocke im Turmaufsatz hatte im 19. Jh., als das Dorf noch keine eigenen Kirche besaß, zahlreiche Dienste, auch im Alltag zu verrichten.

    Das Museum selbst hat eine Fläche von etwa 500 m² und heute eine Sammlung von fast 4000 Objekten. Es ist ein ganzheitliches Museum, das heißt, von der Frühgeschichte bis in die jüngste Vergangenheit kann sich der Besucher einen Überblick verschaffen.

     

    Schwerpunkte der Präsentation sind der Fronhof des Klosters Hornbach, die Wiederbesiedlung des Sickinger Landes Ende des 17. Jh., die Schulgeschichte sowie die ehemalige Freilichtbühne. Vor allem die Reform der Landwirtschaft auf der Sickinger Höhe seit dem 18. Jh. soll herausgestellt werden, war sie doch die Basis für einen relativen Wohlstand des früheren Bauern. Im Bereich der Wohnkultur liegt das Sammlerinteresse daher auf der Zeit des 18. und 19. Jh., wobei ein eigener Raum mit Einrichtungsgegenständen ganz aus dieser Epoche präsentiert werden kann.

     

    Aus der Zeit der Sickinger Herrschaft kann das Museum u.a. ein Bildnis des Freiherrn Karl Anton vorweisen. Das Ölgemälde im Originalrahmen entstand um 1730.

    Daneben wichtig für das Verständnis der Wiederbesiedlung: Die sickingsche "Polizeyordnung" von 1732, verfasst von dem tüchtigen Amtsmann Frebus.

     

    Die Münzen- und Medaillensammlung ordnet sich in das oben geschilderte Schema ein: Herausragend die Silbermedaille Franz von Sickingens von 1521 und ein Spektrum kurpfälzischer und Pfalz-Zweibrücker Gepräge. Der große, 1923 entdeckte Münzschatz vom Klosterhof, wird in einer Münzreihe dokumentiert.

     

    Wie das Sammeln von museumswürdigen Objekten nach wie vor das Bestreben ist, so gilt das Hauptaugenmerk jedoch der Konservierung und Pflege des Bestandes.

     

    Das Museum Sickinger Höhe versteht sich heute weniger als reines Dorfmuseum, sondern orientiert sich an der Geschichte einer Region, die man als Sickingerhöhe bezeichnet. Die Jahrhunderte dauernde Schicksalsgemeinschaft mit den Nachbargemeinden Bann und Linden, aber auch Krickenbach, der Dörfer der eigentlichen "Höhe", sowie Landstuhl als Hauptort, ist dem Museum eine besondere Verpflichtung.

    Seit 2006 können sich Brautpaare im Barockzimmer des historischen Rathauses trauen lassen.  Das zusätzliche Angebot in der neuen Schmiede des Museums, lässt die Trauzeremonie seit Frühjahr 2008 zu etwas ganz Besonderem werden. Hier kann man seines Glückes Schmied werden - seines Eheglückes Schmied. Das Brautpaar kann sein Glück, im wahrsten Sinne des Wortes, zusammenschmieden. Denn während im Barockzimmer Braut und Bräutigam in historischer Atmosphäre den Bund fürs Leben besiegeln, zündet Schmiedemeister Hans Becker im Erdgeschoss die Esse an und schmiedet aus einem 12 mm dicken Rundeisen am Ambosshorn zwei Ringe. Diese hält er ineinander verschränkt in der Esse glühend, bis das Brautpaar die Schmiede betritt. Unter seiner Anleitung schmieden dann die frisch Vermählten die zwei Ringe zu einer unlösbaren Verbindung zusammen